Max Raabe & Palast Orchester

Dresdner Musikfestspiele Alles ist erleuchtet

Anzeige I mposante Orchesterkonzerte, facettenreiche Kammerensemles, erstklassige Solisten – doch am meisten sind die Dresdner Musikfestspiele bei sich, wenn sie Töne zu einer gemeinsamen Sprache verbinden. Ab Mitte Mai ist Dresden wieder internationale Musikstadt: Heute Anne-Sophie Mutter bewundern, morgen Hollywoodstar Bill Murray zum Plausch treffen, übermorgen das City of Birmingham Symphony Orchestra hören – so eine Auswahl gibt es wahrlich nicht alle Tage. Von Kathleen Goldammer

Imposante Kulturstadt

Dresden, ganzjährig eine imposante Kulturstadt, strahlt während der Dresdner Musikfestspiele besonders glanzvoll, getreu derem diesjährigen Motto: „Licht“ – Lebenselixier und -wegweiser. Es steht für Aufklärung, Transparenz, Energie, Versöhnung. Für Menschen mit Mut und Visionen, Lichtgestalten wie Beethoven, Schostakowitsch und Strawinsky. Und für Musiker, die heute das Musikleben revolutionieren – schrill ebenso wie sanft.

Im 40. Jubiläumsjahr präsentiert das Festival in viereinhalb Festwochen rund 60 Veranstaltungen mit internationalen Stars und Orchestern von Weltrang. Gleich beim Auftakt gibt es ein Wiedersehen mit Geigenikone Anne-Sophie Mutter, die mit der Philharmonia Zürich unter Fabio Luisi gastiert. Gesangsgrößen wie Diana Damrau, Matthias Goerne und Bryn Terfel werden zu hören sein. Die Mezzosopranistin Waltraud Meier singt beim Festival-Gastkonzert in der Berliner Philharmonie. Auch das London Philharmonic Orchestra unter Vladimir Jurowski, das Orchestre de Paris unter Thomas Hengelbrock und das Orchester des Mariinsky-Theaters unter Valery Gergiev haben sich in Dresden angesagt. Und natürlich sind bewährte Publikumslieblinge im Programm: „Classical Beats“, das Kinderkonzert mit der Taschenoper Lübeck, die Aktionen „Klingende Stadt“ und „Dresden singt und musiziert“.

Licht und Revolution sind enge Verwandte, so erklärt sich das zweite Leitthema von selbst – zumal es 2017 ohnehin um eine der revolutionärsten Umwälzungen Europas geht: Überall wird dem 500. Jubiläumsjahr der Reformation gehuldigt. Dazu bringt das MDR Sinfonieorchester unter Kristjan Järvi die Musik des Dresdner Komponisten Sven Helbig zu dem 1927 entstandenen Stummfilm „Luther – Ein Film der deutschen Reformation“ zur Uraufführung. Helbig ist bekannt für Tracks, die die Wucht klassischer Sinfonien mit experimentellen Perlen und Popmusik vereinen; er arbeitete bereits mit Rammstein, Sido und den Pet Shop Boys.

Das Duo Licht/Revolution schreitet in großen Schritten weiter durch die europäische Geschichte: Beethoven, ein Bewunderer Napoleons, ließ sich von der Französischen Revolution inspirieren, übersetzte sie in heroische Klänge und pathetische Schlüsse. Viele Festspielkonzerte rekurrieren auf diesen musikalischen Revolutionär. Allen voran das Dresdner Festspielorchester, das bereits beim Vorab-Sonderkonzert in der Riege der Eröffnungskonzerte für den neuen Konzertsaal im Kulturpalast Beethovens „Tripelkonzert“ ins Zentrum setzt – neben Nicola Benedetti (Violine) und Alexander Melnikov (Klavier) mit dem Festspiel-Intendanten Jan Vogler höchstpersönlich am Violoncello. Auch zum Abschlusskonzert wartet das Festspielorchester mit einem besonderen Projekt auf: Es setzt – in Zusammenarbeit mit der internationalen, jungen Künstlergruppe „Bohème 2020“ – Beethovens Befreiungsoper „Leonore“ in ein ganz neues, aufregendes Licht. Die Besonderheit dieses Ensembles: Seit es Vogler 2012 mit Musikern aus aller Herren Länder gründete, kommt es in der Festspielzeit in Dresden zusammen, diesmal unter der Leitung von Ivor Bolton – um die Leidenschaft für Musik gemeinsam zu leben und dem Publikum ebenfalls jenes besondere Leuchten zu schenken, das entsteht, wenn eine übergeordnete Idee alles um sie herum zum Schwingen bringt.

Programmauszug

Eröffnung: Philharmonia Zürich – Luisi – Mutter
18.5.2017

Orchester des Mariinsky-Theaters & Valery Gergiev
19.5.2017

Intrada Vokalensemble
20.5.2017

Filmkonzert: MDR Sinfonieorchester – Helbig – Järvi
3.6.2017

Bill Murray, Jan Vogler & Freunde
4.6.2017

Abschlusskonzert: Dresdner Festspielorchester „Leonore“
18.6.2017

Musikfestspiele
18.5. – 18.6.2017
musikfestspiele.com/de