Dave Festival

DAVE-Festival Eine Geschichte von Musik und Freundschaft

Anzeige D as DAVE-Festival mixt einen wilden Cocktail der Clubkultur: Ein Cheers auf die Community! Hinter spannenden Sachen steckt meist eine gute Story. Im Fall des DAVE-Festivals beginnt sie am 3. April 2012, als Dennis Bartetzkos und Fabian Schneiders Plattenladen gerade abgebrannt war. Von Siiri Klose

Junge Clubkultur

Doch das „Fat Fenders“, spezialisiert auf Elektronica, ist bis heute beliebt bei DJs, bei Nerds, bei House- und Technoapologeten, bei Liebhabern elektronischer Klänge jeglicher Spielart – Szene eben.

Diese Szene mobilisierte damals in kürzester Zeit 200 Leute, um die Spuren des Brandunglücks in der Böhmischen Straße zu beseitigen: Sie wuschen Platten, schliffen Möbel ab, lackierten und malerten. Andere Läden in der Neustadt stellten Spendenboxen auf, die Nachbarn kochten Kaffee, und nach zwei Wochen hatte das „Fat Fenders“ wieder geregelte Öffnungszeiten. Als Dankeschön für alle Helfer sponserten 30 Clubs, Labels und DJs Technik, Musik und Leute für eine inzwischen legendäre Party im „Sektor Evolution“, einem Club im Dresdner Industriegelände.

Kolt Siewerts, Pionier am Plattenteller, steht für Drum & Bass, 2016 im Club Sabotage.
Kolt Siewerts, Pionier am Plattenteller, steht für Drum & Bass, 2016 im Club Sabotage.

Hinterher war noch Geld übrig. Und eine Stimmung, ein Gefühl, eine Idee: Da war gerade so viel Solidarität gewachsen, die Community so gewinnbringend zusammengerückt, so viel gute Musik entstanden – das hatte Potenzial für Größeres! 2014 gab es das erste DAVE-Festival für Clubkultur, kurz für: „Dresden Audio Visual Experience“, vier Tage lang und vom Start weg ein Erfolg. „Wir hatten uns im Vorfeld einen Organisationsplan gebastelt“, sagt Kai-Uwe Reinhold, Pressemann bei DAVE. „Aber wir haben schnell gemerkt, dass eine übergestülpte Struktur nicht funktioniert. Die muss von selbst wachsen.“

Schließlich sind die 15 bis 20 Mitwirkenden, die das Festival inzwischen jedes Jahr auf die Beine stellen, keine professionellen Veranstalter. Sondern Leute, die ganz verschiedenen Berufen nachgehen und nebenbei und ehrenamtlich ein mittlerweile zehn Tage umspannendes Programm zusammenstellen, „wobei die Clubs ihre Beiträge in Eigenregie organisieren“.

Die eigentliche Arbeit steckt in den Workshops: Der Nachwuchs – ob Musikfrickler oder DJ – kann dort bei zumeist freiem Eintritt Infos sammeln. Gestandene Künstler erklären, wie sie einen Track bauen, legen ihr Handwerkszeug offen.

Das DAVE erhielt 2016 den Förderpreis der Landeshauptstadt Dresden, unter anderem für das Überwinden von Genregrenzen und das Erschließen neuer Orte. Der Preis, in Form eines zweigeteilten Apfels aus Bronze, steht natürlich dort, wo alles begann – in der Vinyloase „Fat Fenders“ auf der Böhmischen Straße.

Die Reihe „Beyond The Club“ ist der DAVE- Leuchtturm, will raus aus den Clubs, elektronische Musik spielen, die auch über die Elbe führt: „Wir wollen die Trennung zwischen Klassik in der Altstadt und junger Szene in der Neustadt aufheben“, sagt Reinhold. In der Kreuzkirche interpretiert das eigens gegründete „Quohren Elektronik Kollektiv“ um den Dresdner Frieder Zimmermann Béla Bartók und Erik Satie, begleitet von Geigen, Gitarren – und der Volksliedgruppe „Tworna“. Die DAVE-Macher scheinen mit allem und jedem in Dresden vernetzt zu sein, was schnell zu den ungewöhnlichsten Kombinationen führt – beispielsweise, wenn Tilo Manig und Jörn Währ als „Analogue Audio Association“ zusammen mit Stefan Senf alias „Assimilation Process“ Sergej Eisensteins Stummfilm „Panzerkreuzer Potemkin“ mit einem neuen Soundtrack unterlegen: aufgeführt im futuristischen Ausstellungsfoyer des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr (MHM) vor einer schrägen Publikumsmischung aus korrekten Schulterklappenträgern und den Dreadlocks und Basecaps der Clubgänger.

Vielleicht gelingen solche Zusammenarbeiten so gut, weil sich die maßgeblichen Leute in Dresden öfter und gern über den Weg laufen: Als die musikalische Programmleiterin Barbara Damm vom Europäischen Zentrum der Künste Hellerau erfuhr, dass das DAVE genau zur selben Zeit wie das Hellerauer Tonlagen-Festival für zeitgenössische Musik angesetzt war, sah Damm nicht die Konkurrenz, sondern die Chance zum Kooperieren. Ihr Programmpunkt Raster-Noton, das Chemnitzer Archiv für Ton und Nichtton von Carsten Nicolai und Olaf Bender, feierte sein 20-jähriges Jubiläum erst im Festspielhaus und als Aftershow im „TBA“ – einem Club aus dem DAVE-Kosmos.

DAVE-Festival

Dresden Audio Visual Experience
dave-festival.de
20. – 29.10.2017

 

Gewinnspiel

Preisfrage:
Wo steht die Skulptur zum Förderpreis der Landeshauptstadt Dresden für das DAVE-Festival?

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Stichwort „Dresden Magazin“
Messering 7
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Teilnahmeschluss: 30.9.2017. Die drei Gewinner werden aus allen richtigen Einsendungen ermittelt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.